Nasenbluten kommt bei vielen Menschen regelmäßig vor. Die Nasenschleimhaut ist ein sehr gut durchblutetes Gewebe, da sie eine enorme Arbeit leisten muss. Durchschnittlich 10 000 bis 15 000 Liter Atemluft werden von der Nase auf einer Strecke von ca. 7 cm auf eine Temperatur von 30 Grad Celsius erwärmt und zu über 90% mit Wasserdampf gesättigt. Aus diesem Grund ist die Nasenschleimhaut - bezogen auf das Gewebevolumen - besser durchblutet als das Gehirn.
Im vorderen Anteil der Nasenscheidewand gibt es einen kapillären Plexus (den Locus Kiesselbach) der sehr gut durchblutet ist. Hier kommt es sehr häufig zu Blutungen. Aber auch an anderen Stellen in der Nasenhaupthöhle kann es bluten, manchmal so heftig, dass eine stationäre Therapie mit mehreren Operationen und die Gabe von Bluttransfusionen notwendig ist.
Nasenbluten beim Tauchen entsteht meist als Folge eines Barotraumas der Nasennebenhöhlen. Kommt es während oder nach dem Tauchen zum Nasenbluten, sollte eine lokale Kompression beider Nasenflügel für mindestens 10 Minuten durchgeführt werden. Eine Eiskrawatte oder ein kalter Waschlappen im Nacken drosselt die Durchblutung der Nase. Man sollte den Kopf nach vorne beugen und das Blut nicht schlucken. Am besten ist eine Hochlagerung der Oberkörpers.
Man sollte an diesem Tag auf das weitere Tauchen verzichten und am besten mal beim HNO-Arzt nachschauen lassen. Kleine Gefäße können in örtlicher Betäubung elektrisch verödet werden. Günstig wirkt sich das Einbringen von Nasensalbe ab dem nächsten Tag aus. Unbedingt ist darauf zu achten, dass man sich ZWEI Wochen nicht die Nase schnäuzt!