1. Heidelberger Hörstudie

In der ersten Heidelberger Hörstudie für Taucher untersuchten wir mittels verschiedener Hörtests, ob bei Sporttauchern ein reduziertes Hörvermögen im Vergleich zu einem nichttauchenden Kontrollkollektiv vorlag, dass der selben Lärmbelastung am Arbeitsplatz und in der Freizeit ausgesetzt ist. Zusammenfassend konnten wir zeigen, dass Sporttaucher im Vergleich zu Nichttauchern kein reduziertes Hörvermögen aufwiesen. In den untenstehenden Grafiken kann man das Hörvermögen der beiden Gruppen erkennen. Eine statistischer Vergleich zeigte keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Aufgrund statistischer Grundsätze ist jedoch gerade in der Altersgruppe der 40-60 jährigen keine sichere Aussage möglich gewesen. Hier fehlten uns Daten.

Altersgruppe 18 - 30 Jahre.

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Man sieht, dass die Hörkurven der Taucher und Nichtttaucher völlig deckungsgleich verlaufen.

Altersgruppe 31-40 Jahre.

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Auch in dieser Altersgruppe zeigen sich keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

Altersgruppe 41-60 Jahre.

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In den hohen Frequenzen bei 6 und 8 kHz lässt sich zwar ein Unterschied vermuten, allerdings ist er nicht statistisch signifikant.

Klingmann C, Knauth M, Ries S, Kern R, Tasman AJ (2004)

Hearing threshold in divers- Are divers really deaf? Arch Otolaryngol Head Neck Surg. 130(2):221-5.

Hirnläsionen bei Tauchern

1995 veröffentlichten Aachener Mediziner eine Studie, die bei Tauchern vermehrt sogenannte „weiße Flecken“ in der magnetresonanztomographischen Darstellung des Gehirns zeigten. Diese Flecken entsprechen kleinen Vernarbungszonen und werden auch als Hirnläsionen bezeichnet. In der 1. Heidelberg-Mannheimer Taucherstudie konnten diese Häufung von Hirnläsionen bestätigt werden und Prof. Knauth und Dr. Ries zeigten darüber hinaus, dass diese Läsionen hochsignifikant mit dem Vorhandensein eines Rechts-Links Shunts, besser bekannt als PFO (in 98% der Fälle). Diese beiden Studien führten zu einer Verunsicherung in der Tauchergemeinde, den schließlich möchte niemand im Laufe der Ausübung seines Hobbys Hirnschädigungen erfahren.

In der 2. Heidelberg-Mannheimer Taucherstudie untersuchten wir, ob sich zum einen diese Hirnläsionen erneut zeigen und zum anderen, welche Auswirkung die Hirnläsionen auf Funktionen des Gehirns haben. Die Ergebnisse dieser Studie werden in Kürze veröffentlicht werden.

Zentrale Hörstörungen

Das Hören ist ein komplizierter Vorgang. Auf den menschlichen Körper einwirkende Schallwellen müssen zunächst im Bereich des äußeren Ohres und des Mittelohrs weitergeleitet werden, um im Innenohr in elektrische Potentiale umgewandelt zu werden, um dann über den Hörnerv und das Stammhirn in die Hörrinde übertragen werden. Erst hier findet dann das bewusste Hören statt. Störungen in jeder dieser einzelnen Stationen kann zu einer Beeinträchtigung des Hörens führen. Die Frage lautet, ob es zum Beispiel durch das Auftreten von Hirnläsionen zu einer Beeinträchtigung der Höreindrücke im Bereich der zentralen Hörbahn kommt.

Es ist durch moderne Testverfahren sehr gut möglich Störungen im Bereich der verschiedenen Abschnitte der Schallweiterleitung und Schallverarbeitung aufzuschlüsseln. Hierzu verwendet man verschiedene Verfahren, die sich zum Teil der Ableitung der Hirnströme bedienen, wie man es auch von einem EKG im Bereich des Herzens kennt. Sämtliche Untersuchungen sind ungefährlich und nicht schmerzhaft, das nur Schall auf den Körper einwirkt und mittels Klebeelektroden die Hirnströme gemessen werden.

Mittels der 2. Heidelberger Hörstudie soll also zum einen untersucht werden, ob Taucher ein schlechteres Hörvermögen als Nichttaucher zeigen und zum anderen soll untersucht werden, ob es vielleicht Unterschiede in der zentralen Verarbeitung von Höreindrücken gibt.