Viele Taucher müssen das Tauchen wegen Problemen im HNO-Bereich aufgeben. Andere können das Tauchen erst gar nicht beginnen; meistens wegen Schwierigkeiten mit der Belüftung des Ohres. Es gibt sehr viele Erkrankungen im HNO-Bereich, die mit einer vorübergehenden Tauchtauglichkeit nicht vereinbar sind oder sogar ein absolutes Tauchverbot nach sich ziehen.
In diesem Kapitel sollen akute Erkrankungen oder Probleme besprochen werden, die zu einer Tauchuntauglichkeit führen, aber auch Zustände nach Unfällen oder Operationen, die zu einer Gefährdung bei der Ausübung des Tauchsports führen können.
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Die Tauchtauglichkeit im Bereich der HNO festzulegen ist oft nicht schwierig und bedarf keiner weiteren Erklärung. In manchen Fällen liegen jedoch noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erfahrungen vor, so dass ein Konsens der verschiedenen Fachgesellschaften gefunden werden musste. Die Fachgesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin in Deutschland (GTÜM e.V.) veröffentlichte 2001 ein Manual über Richtlinien zur Tauchtauglichkeit, der auf dieser Website häufig entsprochen wird. Es gibt aber auch andere Meinungen zu speziellen Fragestellungen, die in einem sehr guten Übersichtswerk (Handbuch für Tauch- und Überdruckmedizin) etwas anders bewertet werden. Hier ist v.a. Dr. Frank Böhm zu nennen, mit dem ich im engen Kontakt stehe und der zusammen mit der Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik Würzburg eine sehr gute Arbeit erstellt hat.
Selbstverständlich gehen in diesem Kapitel meine eigenen Erfahrungen ein, die ich mit der Heidelberger Tauchersprechstunde gesammelt habe. Da sich die wissenschaftlichen Daten ständig erweitern, ist hier in Zukunft mit besseren Erkenntnissen zu rechnen, so dass man in manchen Punkten vielleicht etwas großzügiger mit der Tauchtauglichkeit umgehen kann. Abgesehen von unserer Tauchersprechstunde, bei der sich Taucher mit Problemen im HNO-Bereich vorstellen, sammeln wir unsere Erfahrung auch aus den vielen wissenschaftlichen Studien, die wir zusammen mit der Neuroradiologischen Abteilung der Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt haben. Näheres kann man hierzu unter dem Stichwort Tauchersprechstunde erfahren.
Alle Punkte die in den folgenden Rubriken angesprochen werden sind Richtlinien, die dem behandelnden Arzt eine Hilfe darstellen sollen. Sie ersparen nie eine genaue Anamneseerhebung und gründliche Untersuchung. Speziell bei komplexeren Fragestellungen sollte ein Fachmann eingeschaltet werden, der Kenntnisse im Bereich der HNO-Heilkunde und der Tauchmedizin hat.