Barotrauma des Außenohrs

 

Füllt sich das Ohr beim Tauchen mit Wasser kann es kein Barotrauma des Außenohres geben, da Flüssigkeiten nicht komprimierbar sind und ihr Volumen nicht ändern.

Liegen jedoch Veränderungen am Gehörgang vor, die den Gehörgang luft- oder wasserdicht abschließen, kann es beim Abtauchen zu einer Gehörgangsverletzung oder sogar zu einer Trommelfellverletzung kommen.

Solche Verschlüsse können durch Entzündungen, Gehörgangsexostosen, Ohrenstöpsel oder am häufigsten durch eine zu eng anliegende Kopfhaube (v.a. bei Trockentauchanzügen) entstehen.

Mechanismus

Steht der Gehörgang nicht mit der Umgebung in Verbindung, kann sich also nicht mit Wasser füllen, kommt es beim Abtauchen zu einem Druckanstieg im Gehörgang der zu einer Volumenverminderung der Luft im Gehörgang führt. Durch diesen Unterdruck kann es zu Schwellungen und Einblutungen kommen. Im schlimmsten Fall wölbt sich das Trommelfell in den Gehörgang vor, bis es zu einem Einriss des Trommelfells kommt.

Ursachen für eine fehlende Belüftung bzw. Wässerung des Gehörgangs können Ohrenstöpsel sein, eine eng anliegende Kopfhaube, "ear plugs" zur Verhinderung von Gehörgangsentzündungen und alle Gegenstände, die den Gehörgang nach außen komplett abschließen. Ohrenschmalz ist aus meiner Sicht sehr unwahrscheinlich die Ursache für ein Barotrauma des Außenohres.

 
Barotrauma des Außenohrs

Barotrauma des Außenohrs© Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Timothy C. Hain, Northwestern University, Chigago, USA)

 

Symptome

Der betroffene Taucher bemerkt beim Abtauchen Schmerzen im Gehörgang und gegebenenfalls den Druck der Kopfhaube auf dem Gehörgang, bzw. der Ohrmuschel. Wird der Abtauchvorgang nicht unterbrochen oder die Kopfhaube nicht vom Kopf abgehoben kann es zu obengenannten Folgen kommen.

Falls es zu einem Barotrauma des Gehörgangs gekommen ist, sollte wenn möglich ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Im Urlaub ist das nicht immer möglich. Dann empfiehlt es sich das Tauchen zunächst einmal auszusetzen. Kommt es in der Folge zu einer Gehörgangsentzündung kann diese mit Ohrentropfen behandelt werden.

Aber Vorsicht: bei einem Loch im Trommelfell dürfen die meisten Ohrentropfen nicht angewendet werden! Wenn die Luft bei einem Druckausgleichsversuch durch das Ohr „durchzischt“ liegt mit Sicherheit ein Loch im Trommelfell vor.

Vorbeugend kann man die Kopfhaube mit heißen Nadeln im Bereich der Ohren perforieren, so dass Wasser in den Gehörgang strömen kann. Ohrenstöpsel sind beim Tauchen selbstverständlich tabu. Exostosen oder Gehörgangsentzündungen kann nur ein HNO-Arzt sicher ausschließen.

 

Zusammenfassung

Symptome: Therapie: Vorbeugende Maßnahmen:
Schmerzen Tauchverbot keine Ohrenstöpsel
Blutung aus dem Gehörgang HNO-ärztliche Kontrolle Kopfhaube perforieren
Druck auf der Kopfhaube im Bereich des Ohres  ggf. Ohrentropfen (Vorsicht Loch im Trommelfell!) Ausschluß von relevanten Exostosen durch HNO-Arzt
Luft aus dem Gehörgang bei Druckausgleich (wenn ein Loch im Trommelfell vorliegt)   nicht Tauchen mit Gehörgangsentzündung