Der Kehlkopf

 

Der Kehlkopf stellt den Eingang in die unteren Atemwege dar und schützt die Luftröhre vor versehentlichem Einschlucken von Nahrung und Flüssigkeit.

Eine wichtige Funktion stellt die Sprachbildung mit Hilfe der Stimmbänder dar. Beim Tauchen kommt es selten zu Problemen im Bereich des Kehlkopfs.

Darstellung des Kehlkopfs am Modell. Sicht von vorne (frontal)

1: Schildknorpel
2: Luftröhre
3: Zungenbein
4: Kehlkopfmuskeln
5: Kehlkopfdeckel© Dr. med. Christoph Klingmann

 

Darstellung des Kehlkopfs am Modell. Blick von seitlich (sagital)

1: Ringknorpel (hinten)
2: Schildknorpel (vorne)
3: Kehlkopfdeckel
4: Zungenbein
5: Stimmband mit Muskel (M. vocalis)
6: Luftröhre auf Höhe des Ringknorpels
© Dr. med. Christoph Klingmann

Die Mundhöhle

Die Mundhöhle dient der Atmung, der Nahrungsaufnahme und der Sprachbildung.

Für Taucher ist es vor allem wichtig auf einen sanierten Zahnstatus zu achten, da es sonst zu einem  Barotrauma der Zähne kommen kann. Außerdem sollte auf ein passendes Mundstück geachtet werden, da es sonst zu Beschwerden im Kiefergelenk kommen kann.

Der Nasenrachen

Der Nasenrachen liegt hinter der Nasenhaupthöhle, oberhalb und hinter dem Gaumensegel, dass man aus der Mundhöhle erkennen kann. Hier strömt die Luft in Richtung Rachen und Kehlkopf. Der Nasenrachen beinhaltet die Rosenmüller'sche Grube und die beiden Tubenwülste, also den Eingang in die Ohrtrompete (Eustach'sche Röhre).

Der Nasenrachen wird beim Schlucken durch das Gaumensegel dicht abgeschlossen, damit keine Speisen und Flüssigkeit in die Nase gelangen. Jeder der sich schon einmal verschluckt hat weiß wie unangenehm es ist, wenn man Flüssigkeit in die Nase bekommt. Im Bereich der Rosenmüller'schen Grube befinden sich die Adenoide (Rachenmandel). Es handelt sich hierbei um Abwehrgewebe ähnlich den Gaumenmandeln, das vor allem bei Kindern den gesamten Nasenrachen verlegen kann und dann operativ entfernt werden muss. Im Volksmund werden diese Adenoide als Polypen bezeichnet, ein Ausdruck der medizinisch nicht korrekt ist, da es sich bei Polypen z.B. um Schleimhautwucherungen im Rahmen einer chronischen Nebenhöhlenentzündung handelt.

Die Tubenwülste sollten bei jeder HNO-ärztlichen Abklärung inspiziert werden, da Raumforderungen in diesem Bereich zu einer Störung der Mittelohrbelüftung führen können. Ein Beispiel für eine solche Raumforderung findet ihr in den Fallbeispielen aus der Tauchersprechstunde. Im Rahmen von Erkältungen, grippalen Infekten oder anderen Entzündungen des oberen Atemtrakts sind meistens auch die Tubenwülste und die Ohrtrompete beteiligt. Die Mittelohrbelüftung kann hierdurch stark eingeschränkt oder aber komplett gestört sein.

 

Nasenrachen Normalbefund (Ansicht von unten):
1: Tubenwulst
2: Rosenmüller'sche Grube
3: Nasenscheidewand
4: Eingang zur Nasenhaupthöhle© Dr. med. Christoph Klingmann

 
Infektion im Nasenrachen

Infektion im Nasenrachen. Man kann gut erkennen, dass die Schleimhaut gerötet und geschwollen und mit Sekret verlegt ist.© Dr. med. Christoph Klingmann

Nase und Nasennebenhöhlen

Die Anatomie der Nase und der Nasennebenhöhle ist komplex und für den Laien auch sehr erstaunlich, denn die Form der äußeren Nase spiegelt in keiner Weise die Form der inneren Nase wider. Auf dieser Seite soll jedoch nicht eine komplexe Abhandlung über die Anatomie für den Mediziner dargestellt werden, sondern in möglichst verständlicher Form der Aufbau und die Funktion der Nase und seiner angrenzenden Nebenhöhlen erklärt werden.

Funktion:

Die Nase hat die Aufgabe die Atemluft anzuwärmen, zu befeuchten und von Partikeln zu reinigen. Hierzu dienen als erstes die Nasenhaare, die ein Eindringen von beispielsweise Insekten verhinden soll. Auf der Nasenschleimhaut befinden sich Flimmerhaare und ein Schleimfilm. Deshalb heißt sie schließlich Schleimhaut. Auf diesem Schleim bleiben Rußpartikel, Allergene, Bakterien, Viren und vieles mehr hängen und werden von den Flimmerhaaren in Richtung Nasenrachen transportiert. Dies erfolgt ständig und dauert nur wenige Minuten von der Nasenklappe bis zum Nasenrachen. Das selbe Flimmerepithel befindet sich auch in den Nasennebenhöhlen und dient auch hier der Reinigung dieses Bereichs.

Über die Schwellkörper in der Nase und der Nasescheidewand kann der Atemstrom reguliert werden. Brauchen wir viel Atemluft, schwellen die Schleimhaut und die Schwellkörper ab, schlafen wir oder befinden wir uns in Ruhe schwellen die Schwellkörper an, da sonst zu wenig Kontakt zwischen Schleimhaut und Atemluft bestände. Denn durch das vorbei strömen der Atemluft an der Schleimhaut wird diese befeuchtet und angewärmt. Funktioniert dies einmal nicht, zum Beispiel wegen Verwendung von abschwellenden Nasentropfen, gerät zu viel trockene Luft in den Rachen und die unteren Atemwege und es kann zu Infekten kommen (chronische Halsschmerzen, chronischer Husten). Die Funktion der Nasennebenhöhlen ist nicht wirklich geklärt. Diskutiert werden Gewichtsersparnis des Schädels, Resonanzkörper für die Stimmbildung und manches mehr.

Aufbau der Nase

In der Mitte steht die Nasenscheidewand. Sie trennt den linken und rechten Nasenraum und endet im Nasenrachen. Dort vereinigen sich der Atemstrom wieder. Selten steht die Nasenscheidewand wirklich 100% gerade. Dies ist jedoch für sich alleine gesehen nicht pathologisch. In der Nasenhaupthöhle befinden sich auf jeder Seite zudem noch drei Schwellkörper links und rechts (untere, mittlere und obere Nasenmuschel), die den Atemstrom regulieren.

Aufbau und Lage der Nasennebenhöhlen

Man unterscheidet die Kieferhöhle im Wangenbereich, die Siebbeinzellen (zwischen den Augen und der Schädelbasis), die Stirnhöhlen (hinter der Stirn) und die Keilbeinhöhlen (grob gesehen in der Kopfmitte, zumindest am Ende der Nasenhaupthöhle), die alle paarig angelegt sind. Leitstelle für die Belüftung und die Drainage (Reinigung) des Nasennebenhöhlensystems sind die Siebbeinzellen. Von hier aus geht es in die Keilbein- und Stirnhöhle und auch die Öffnung zur Kieferhöhle ist den Siebbeinzellen eng angelagert. Deshalb ist es zumeist sinnvoll bei einer Erktrankung der Nasennebenhöhlen zumindest das vordere Siebbein mit zu sanieren. Den Nasennebenhöhlen eng angelagert ist die Augenhöhle (Orbita), die Schädelbasis (knöcherne Abgrenzung zum Gehirn, die Oberkieferzähne, die Kopfschlagader (Arteria carotis interna), der Sehnerv und vieles mehr. Deshalb gehört die Chirurgie der Nasennebenhöhlen in die Hand des erfahrenen HNO-Facharztes.

Aufnahme eines Nasenmodels von der Seite

Nase seitlich

1: Naseneingang
2: untere Nasenmuschel
3: vordere Siebbeinzellen
4: Stirnhöhle
5: Keilbeinhöhle
6: hintere Siebbeinzelle
7: Riechnerv (Nervis olfactorius)
8: Schädelhöhle (ohne Gehirn)
9: Oberkieferknochen
10: Eingang in die Eustach Röhre (Ohrtrompete, Ohrtube)
11: Nasenrachen© Dr. med. Christoph Klingmann

 

Computertomographie der Nasennebenhöhlen von vorne (koronare Schnittführung).

CT der Nasennebenhöhlen koronar

Weiße Strukturen entsprechen Knochen, schwarze Strukturen entsprechen Luft und graue Strukturen entsprechen Weichgewebe.

1: Kieferhöhle
2: Siebbeinzellen
3: Augenhöhle (Orbita)
4: Gehirn
5: Nasenscheidewand© Dr. med. Christoph Klingmann

 

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